Hülsen reinigen

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  • Da es ja auch beim Hülsen reinigen mehrere Glaubensrichtungen gibt, starte ich diesen Thread.


    Mir geht es hier gar nicht darum jemand von Gerät XY zu überzeugen sondern vielleicht seine Methode einfach nur vorzustellen.


    Welches Gerät habt ihr und wie seid ihr damit zufrieden?


    Was natürlich toll wäre ist wenn man nicht nur die Vorteile sondern auch die Nachteile seiner Methode beschreiben würde.

    ROCS Member

  • Jetzt habe ich noch nicht einmal im "Wiederladen von LW Munition"-Thread alles beantwortet und schon kommst du mit dem nächsten Thread! :cursing:

    Ihr nennt mich Menschenfeind, weil ich Gesellschaft meide, Ihr irret euch, ich liebe sie.
    Doch um die Menschen nicht zu hassen, muss ich den Umgang unterlassen.
    (Caspar David Friedrich 1774-1840)

  • Ich zb habe mir den Hornady Lock N Load Sonic Cleaner einst um rund 150€ besorgt und verwende ihn jetzt schon ungefähr 1,5 Jahre.


    IMG_20220805_165537.jpg


    Wie der Name des Gerätes bereits verrät handelt es sich hierbei um einen Ultraschall Reiniger mit 2 Liter Fassungsvermögen.


    Der große Vorteil vom Ultraschall ist das die Hülsen auch innen relativ sauber werden aber wenn man auf polierte Hülsen steht, sollte man doch lieber zum Tumbler greifen.


    Das Gerät hat einen Timer(max 30min) und auch eine Heizfunktion was die Reinigungskraft deutlich verbessert.


    Das größte Manko beim Ultraschall reinigen ist in meinen Augen jedoch der Bereich der Zuendglocke, den ich anschließend stets auch noch manuell reinigen muss, da sich hier durch das Wasser in Verbindung mit Schmauch eine Art Schlamm bildet.


    Natürlich braucht man zum Ultraschall auch noch einen Reiniger der tlw je nach Fabrikat auch sein Geld kostet.


    Unterschiedliche Reinigungsmittel sind auch hier eine eigene Religion aber für Tipps und Tricks mit Hausmitteln wäre ich an dieser Stelle sehr dankbar.


    Da ich bei meinen Revolvern nicht die Masse zum WL habe spielt auch das Relativ geringe Volumen in dem sich 100-150 KW Hülsen auf einmal reinigen lassen für mich eine eher untergeordnete Rolle.

    ROCS Member

  • Ich bin von der jahre langen Kochtopf Methode auf den Nasstumbler mit Stahlstiften (Frankford Arsenal) umgestiegen. Die Entscheidung war dem Verschiessen Schwarzpulver/Hülse geschuldet. Hier ist das Reinigen eine ganz andere „Nummer“. Mit einer durchdachten, individuell angepassten Methode ist das „Waschen“ keine Tortur. Es ist halt wie anderen Orts auch üblich, mein persönlich Waschtag ;)

    Was man nicht tut, geschieht auch nicht.

  • Mit einem eigens nur dafür verwendeten Kochtopf habe ich auch noch bis vor ein paar Jahren meine Hülsen entfettet! Gereinigt habe ich die Hülsen aber vorher, also vor dem Kalibrieren in einem mit Walnussgranulat gefüllten "Lyman Turbo Twin Tumbler". Dabei werden die Hülsen zu dem Granulat in einen Behälter gegeben der auf dem Tumbler montiert ist. Nachdem der Behälter dann mit einem Deckel verschlossen ist kann man das Gerät einschalten und es beginnt zu vibrieren, wodurch die Hülsen gereinigt werden.


    Nachdem man aber Langwaffenhülsen und flaschenhalsförmige Kurzwaffenhüsen vor dem Kalibrieren fetten muss und ich die Hülsen vor den folgenden Arbeitsgängen fettfrei haben wollte, wanderten die Hülsen dann in einen Kochtopf. Logischerweise mussten sie dann auch trocknen.

    Dafür habe ich mir eine entsprechende "Vorrichtung" gebaut. Ein Holzbrett 55x55cm in dem ich alle 5cm ein Loch gebohrt habe. Das ergibt genau 100 Löcher, was für mich passt, weil ich meine Hülsen immer in 100er Einheiten bearbeite bzw. immer 100 Patronen in einer Serie wiederlade.

    Zum Trocknen kam in jedes dieser Löcher kopfüber eine Hülse und die Vorrichtung kam in die Sonne oder wurde in Nähe eines Heizkörpers aufgestellt. Wenn es schnell gehen musste, dann kam auch schon einmal der Haarföhn zum Einsatz.


    Aber zurück zum Tumbler! Der war natürlich nicht gerade leise und je nach Verschmutzungsgrad des Granulats und/oder der Hülsen dauerte es schon auch ein paar Stunden bis die Hülsen wieder bling-bling waren. Wenn das Granulat sehr schmutzig war dauerte es natürlich gefühlt ewig bis die Hülsen zumindest halbwegs sauber waren.

    Bei schmutzigem Granulat hatte man zwei Möglichkeiten. Entweder das Granulat waschen und folglich dann auch zu trocknen oder gleich neues Granulat zu verwenden. Lästig war auch, dass es bei zuvor bereits entzunderten Hülsen vorkommen konnte das sich ein Granulatkörnchen in der Zündglocke verkeilte und man es herausfummeln musste. Kontrollieren musste man die Zündglocke immer!


    Und irgendwann, vor ca. fünf Jahren habe ich mir dann einen Nasstumbler gekauft. Einen "Lyman Cyclone Tumbler". Der funktioniert wie alle anderen Nasstumbler auch indem man die Hülsen mit warmen Wasser,Pins und einem Reinigungszusatz in einen Behälter gibt. Beim genannten Produkt von Lyman und auch bei den meisten anderen Anbietern wird dieser Behälter dann verschlossen und auf das eigentliche Gerät gestellt und der Behälter gedreht.


    Ich schreibe deswegen "auch bei den meisten anderen Anbietern", weil es natürlich auch Nasstumbler gibt die anders arbeiten wie z. B. der

    "Lavabossoli LEM". Bei diesem Gerät kommen zwar auch die Hülsen mit den Pins und einem Reinigungszusatz mitsamt warmen Wasser in einen Behälter der dann auf das Gerät gestellt wird, aber hier ensteht die Drehbewegung durch einen im Gerät rotierenden Magneten der die Pins und folglich auch die Hülsen bewegt. Der Nachteil bei diesem Gerät ist mMn., dass man die Hülsen nie ohne Pins waschen kann. Zum Entfetten der Hülsen sind z. B. mMn. auch gar keine Pins nötig.


    Auch hier verweise ich wieder auf das Internet. In einem Video sieht man die jeweilige Vorgänge sicher besser als ich sie hier beschreiben kann!


    Bei allen Varianten, mit Ausnahme des Hülsenwaschens ohne Pins, braucht man etwas um nach der Reinigung die Hülsen vom Granulat bzw. die Hülsen von den Pins zu trennen. Ich verwende dafür den "RCBS Case/Media Separator" bzw. beim Nasstumbeln mit Pins auch noch zusätlich einen großen Magneten um möglichst alle Pins aus den Hülsen zu bekommen!


    Bleibt noch das Trocknen der Hülsen nach der Nassreinigung. Lufttrocknen in der Sonne oder neben dem Heizkörper, oder mit dem Föhn habe ich ja bereits oben schon erwähnt. Aber es gibt natürlich noch etwas. Man kann z. B. einen billigen Dörrautomat zweckentfremden. Dabei kann es aber vorkommen das kleinere Hülsen wie z. B. die 9mm Parabellum-Hülsen durch das Gitter fallen. Nicht passieren kann das mit einem "Lyman Cyclone Case Dryer", der speziell dafür gebaut ist um Hülsen zu trocknen. Der funktioniert ähnlich wie ein Dörrautomat, kostet aber schon ein wenig mehr. Dafür kullert bei dem Gerät keine Hülse mehr durch ein Gitter.

    Ihr nennt mich Menschenfeind, weil ich Gesellschaft meide, Ihr irret euch, ich liebe sie.
    Doch um die Menschen nicht zu hassen, muss ich den Umgang unterlassen.
    (Caspar David Friedrich 1774-1840)

  • Dann auch mal kurz, wie ich meine Hülsen reinige!
    Vorab sei dazu gesagt, dass ich aktuell ausschließlich .38 spec wiederlade, dies in überschaubaren Mengen
    und als Pulver VV N320 verwende, welches – zumindest bei mir – im Vergleich zu Fabriksladungen deutlich sauberer verbrennt.

    Vor dem Reinigen entferne ich die alten Zündhütchen mit der Universal-Zündhütchenausstoßer-Matrize von Lee.
    Mach ich, damit die Zündglocken auch in einem Arbeitsgang sauber werden und weil ich mir die Kombi-Matrize zum Ausstoßen
    und Kalibrieren nicht versauen möchte.

    Zum Reinigen verwende ich so ein kleines Ultraschallreinigungsgerät, das eigentlich für Brillen und Schmuck gedacht war.
    Hab ich schon lang vor meinem Wiederladestart mal um 25,- Euro bei Hartlauer oder Amazon gekauft.

    Da passen stehend in einem Durchgang ca. 100 Hülsen hinein.
    Ins Wasser kommt dann nur ein Spritzer Pril Pro Nature dazu.
    Dann kommen so 4 bis 5 Reinigungsdurchgänge je 3 Minuten (das kleine Ultraschall-Ding schaltet immer nach 3 Minuten ab).

    Danach werden die Hülsen im Waschbecken gespühlt und dann immer etwa eine handvoll in einem Geschirrtuch kurz mit der Hand "ausgeschleudert"
    und über Nacht aufgelegt. Am nächsten Tag sind alle (auch in den Zündglocken und im Zündkanal) komplett trocken.
    Falls nötig, wird dann nacht Sichtkontrolle noch bei der einen oder anderen Zündglocke mit so einem Zündglockenreiniger nachgearbeitet.

    Das ganze funktioniert bei meinen Mengen bestens und hat nicht viel gekostet und ich brauch auch nix, was ich nicht eh schon im Haushalt verfügbar hätte.

    Als Nachteil könnte man natürlich sagen, dass immer "nur" 100 Hülsen in einem Durchgang nur bei Kleinmengen OK ist.
    Und es gibt wahrscheinlich schnellerer Methoden.
    Aber Wiederladen ist bei mir und meinen Mengen einfach etwas wofür ich mir Zeit nehme und es nicht eilig habe.

    Und mit dem Ergebnis bin ich mehr als zufrieden:
    bildschirmfoto2022-03rgjtu.png

    Immer noch Anfänger & Mitglied im ISB, CSS & LSVNOE & NFVÖ.

    Steyr L9-A1, Manurhin MR 88 .38spc, Wechselsystem: Ruger Mark IV 22/45 lite. Wiederlader: .38 spec.

    Ich glaube keine Verschwörungstheorien! Die werden alle von einer geheimen Regierungsbehörde in Umlauf gebracht …


  • Zum Reinigen verwende ich so ein kleines Ultraschallreinigungsgerät, das eigentlich für Brillen und Schmuck gedacht war.
    Hab ich schon lang vor meinem Wiederladestart mal um 25,- Euro bei Hartlauer oder Amazon gekauft.

    Dobi Danke


    Wenn ich mir deine Ergebnisse mit dem Teil anschaue überkommt mich ein bisschen der Neid.


    Ich habe nach dem Familien Nasstumbler oder auch Waschmaschine genannt auch Mal mit so einem günstigen Teil experimentiert aber meine Hülsen sind damit nie so schön geworden ;(


    Der Erfolg gibt dir aber Recht !


    Deswegen habe ich den Thread ja ins leben gerufen um unterschiedliche Methoden und Geräte vorzustellen.

    ROCS Member

  • Wenn ich mir deine Ergebnisse mit dem Teil anschaue überkommt mich ein bisschen der Neid.

    Ich hab einen Verdacht, warum es bei mir mit dem kleinen Billigteil zu solchen Ergebnissen kommt:

    Bei mir liegen die Hülsen ja nicht kreuz und quer und übereinander, sondern stehen alle aufrecht nebeneinander.

    Das ist zwar ein bisserl fad beim Reistellen, aber dadurch können alle im Ultraschall gleich mitschwingen und so arbeitet der Ultraschall auch innen überall gleich stark.

    Und dass Wasser plus Pril Pro Nature so erfolgreich reinigen war eine Zufallsentdeckung, weil grad nix anderes da war! 😉

    Immer noch Anfänger & Mitglied im ISB, CSS & LSVNOE & NFVÖ.

    Steyr L9-A1, Manurhin MR 88 .38spc, Wechselsystem: Ruger Mark IV 22/45 lite. Wiederlader: .38 spec.

    Ich glaube keine Verschwörungstheorien! Die werden alle von einer geheimen Regierungsbehörde in Umlauf gebracht …

  • Ich werde mir zusätzlich zum Nasstumbler noch einen Tumbler mit Granulat kaufen. Hatte ich schon mal, ganz am Anfang meiner Laufbahn. Der Grund auch diese Methode zum Einsatz zu bringen ist, dass ich des öfteren Kleinmengen (also 100Hülsen) relativ schnell wieder einsatzfähig haben möchte. So bleibt der Nasstumbler nur noch für die Schwarzpulverhülsen und für eine etwaige Intensivreinigung.

    Jo, wieder ein Gerät mehr. Ist aber bei mir eh schon „Wurst“.

    Was man nicht tut, geschieht auch nicht.

  • Jo, wieder ein Gerät mehr.

    Man kann nie genug Geräte haben, die im Zusammenhang mit einer Freizeitbeschäftigung stehen! ;)

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    (Caspar David Friedrich 1774-1840)

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